M&A: „Die Investitionslaune ist zurück“
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Die Zahl der Unternehmenstransaktionen ist zuletzt wieder gestiegen wie ihr heute erscheinender M&A-Index für Österreich zeigt. Was sagt das über die Stimmung in den Vorstandsetagen aus? - Robert Hufnagel: Wir sehen ganz klar, dass die Aktivität wieder zunimmt, sowohl in den Zahlen des ersten Halbjahres als auch in unserer täglichen Beratungspraxis. Geschäftsführer und Eigentümer beschäftigen sich wieder intensiv mit Wachstum und fragen verstärkt nach potenziellen Übernahmezielen. In den vergangenen beiden Jahren war das deutlich zurückhaltender. Mein Eindruck ist daher: Die Stimmung wird besser und die Investitionsbereitschaft steigt spürbar.
Viele Übernahmen scheinen heute stärker auf Transformation als auf klassische Expansion abzuzielen. Ist das tatsächlich ein neuer Trend? - Ja, und zwar weltweit. Transformation ist heute vor allem technologiegetrieben. Unternehmen wagen sich zunehmend in Geschäftsfelder vor, die außerhalb ihrer bisherigen Komfortzone liegen. Früher kaufte man Wettbewerber, Lieferanten oder Unternehmen aus vertrauten Märkten. Heute geht es darum, technologisches Know-how zu erwerben, um das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Das macht Transaktionen anspruchsvoller, weil Käufer Branchen beurteilen müssen, die sie bislang kaum kannten.
Private Equity spielt in Österreich dagegen nur eine Nebenrolle. Woran liegt das? - Österreich ist nach wie vor sehr stark bankenfinanziert. Wir verfügen über einen außergewöhnlich großen Bankensektor, der Unternehmenswachstum traditionell mit Krediten begleitet. Dadurch hat sich Private Equity nie so stark entwickelt wie in anderen Ländern. International kommt derzeit noch hinzu, dass viele Fonds wegen schwieriger Exits auf bestehenden Beteiligungen sitzen und deshalb weniger Kapital für neue Transaktionen bereitstellen können.
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Banken und Technologieunternehmen dominieren derzeit die größten Deals. Ist das ein Zufall oder steckt ein struktureller Trend dahinter? - Bei den Banken ist es teilweise Zufall, weil mehrere große Transaktionen zeitlich zusammenfallen. Gleichzeitig verfügen österreichische Institute über eine internationale Größe, die regelmäßig Akquisitionen ermöglicht. Der nachhaltigere Trend liegt aber eindeutig bei der Technologie. Unternehmen investieren gezielt in digitale Kompetenzen, weil sie darin den Schlüssel für ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit sehen.
Wo erwarten Sie in den kommenden Jahren die stärkste M&A-Dynamik? - Technologie wird das beherrschende Thema bleiben. Allerdings nicht isoliert, sondern in Kombination mit der Industrie. Die industrielle Transformation wird zahlreiche Transaktionen auslösen. Gleichzeitig sehen wir auch im Energie- und Infrastrukturbereich hohe Aktivität. Der Ausbau der Stromnetze, erneuerbare Energien und die zunehmende Elektrifizierung schaffen erheblichen Investitionsbedarf. Entscheidend wird sein, wie rasch Unternehmen diese Transformation umsetzen.

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