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M&A: „Die Investitionslaune ist zurück“

Nach zwei verhaltenen Jahren nimmt der M&A-Markt wieder Fahrt auf. EY-Partner Robert Hufnagel erklärt, warum Unternehmen wieder auf Wachstum setzen, weshalb Technologie die Deal-Pipeline dominiert und warum Österreich beim Thema Private Equity noch Nachholbedarf hat.

Veröffentlicht

03.08.2026

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2 min
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Robert Hufnagel ist Partner und Leiter Strategy and Transactions bei EY Österreich. Er berät Unternehmen bei M&A-Transaktionen, Unternehmensbewertungen und strategischen Transformationsprozessen und begleitet seit mehr als zwei Jahrzehnten Eigentümer und Vorstände bei Übernahmen, Verkäufen und Finanzierungen.

Die Zahl der Unternehmenstransaktionen ist zuletzt wieder gestiegen wie ihr heute erscheinender M&A-Index für Österreich zeigt. Was sagt das über die Stimmung in den Vorstandsetagen aus? - Robert Hufnagel: Wir sehen ganz klar, dass die Aktivität wieder zunimmt, sowohl in den Zahlen des ersten Halbjahres als auch in unserer täglichen Beratungspraxis. Geschäftsführer und Eigentümer beschäftigen sich wieder intensiv mit Wachstum und fragen verstärkt nach potenziellen Übernahmezielen. In den vergangenen beiden Jahren war das deutlich zurückhaltender. Mein Eindruck ist daher: Die Stimmung wird besser und die Investitionsbereitschaft steigt spürbar.

Viele Übernahmen scheinen heute stärker auf Transformation als auf klassische Expansion abzuzielen. Ist das tatsächlich ein neuer Trend? - Ja, und zwar weltweit. Transformation ist heute vor allem technologiegetrieben. Unternehmen wagen sich zunehmend in Geschäftsfelder vor, die außerhalb ihrer bisherigen Komfortzone liegen. Früher kaufte man Wettbewerber, Lieferanten oder Unternehmen aus vertrauten Märkten. Heute geht es darum, technologisches Know-how zu erwerben, um das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Das macht Transaktionen anspruchsvoller, weil Käufer Branchen beurteilen müssen, die sie bislang kaum kannten.

Technologie wird das beherrschende Thema bleiben. Allerdings in Kombination mit der Industrie.
Hubert Hufnagel

Private Equity spielt in Österreich dagegen nur eine Nebenrolle. Woran liegt das? - Österreich ist nach wie vor sehr stark bankenfinanziert. Wir verfügen über einen außergewöhnlich großen Bankensektor, der Unternehmenswachstum traditionell mit Krediten begleitet. Dadurch hat sich Private Equity nie so stark entwickelt wie in anderen Ländern. International kommt derzeit noch hinzu, dass viele Fonds wegen schwieriger Exits auf bestehenden Beteiligungen sitzen und deshalb weniger Kapital für neue Transaktionen bereitstellen können.

Beim Transaktionsvolumen führte im ersten Halbjahr 2026 klar die Finanzbranche mit Deals im Wert von 2,9 Milliarden Euro, gefolgt vom Technologiesektor mit 2,4 Milliarden Euro. Deutlich dahinter rangierten Industrie und Immobilien mit jeweils rund 200 Millionen Euro. Nach der Anzahl der Transaktionen lag hingegen die Industrie mit 38 Deals an der Spitze, vor dem Technologie-, Medien- und Telekommunikationssektor (TMT) mit 25 sowie der Immobilienbranche mit 21 Transaktionen.

Banken und Technologieunternehmen dominieren derzeit die größten Deals. Ist das ein Zufall oder steckt ein struktureller Trend dahinter? - Bei den Banken ist es teilweise Zufall, weil mehrere große Transaktionen zeitlich zusammenfallen. Gleichzeitig verfügen österreichische Institute über eine internationale Größe, die regelmäßig Akquisitionen ermöglicht. Der nachhaltigere Trend liegt aber eindeutig bei der Technologie. Unternehmen investieren gezielt in digitale Kompetenzen, weil sie darin den Schlüssel für ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit sehen.

Wo erwarten Sie in den kommenden Jahren die stärkste M&A-Dynamik? - Technologie wird das beherrschende Thema bleiben. Allerdings nicht isoliert, sondern in Kombination mit der Industrie. Die industrielle Transformation wird zahlreiche Transaktionen auslösen. Gleichzeitig sehen wir auch im Energie- und Infrastrukturbereich hohe Aktivität. Der Ausbau der Stromnetze, erneuerbare Energien und die zunehmende Elektrifizierung schaffen erheblichen Investitionsbedarf. Entscheidend wird sein, wie rasch Unternehmen diese Transformation umsetzen.

Daniel Nutz

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